ASbH - Jugend Hamburg
Jugendverein der Arbeitsgemeinschaft Spina bifida und Hydrocephalus - Bereich Hamburg

   
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Zwei Jahre ASbH – Jugend Hamburg

 

Der Salat: miserabel, die Cola:  zuwenig Kohlensäure. Das Steakhouse, in dem sich eine sechsköpfige Gruppe monatlich vor zwei Jahren trifft, ist kein First-Class Tempel (und mittlerweile pleite). In Gesprächsrunden diskutieren die Gründungsmitglieder und die Hamburger ASbH - Frontfrau Antje Blume-Werry die Satzung der ASbH - Jugend Hamburg, dem ersten Jugendverein Deutschlands innerhalb der ASbH. Heute steuert diese Satzung das Vereinsleben der 42 jugendlichen ASbH’ler aus Hamburg. „Wir stärken die Selbständigkeit unserer Mitglieder und fördern gleichzeitig den Dialog zwischen Nichtbetroffenen und betroffenen Jugendlichen“, sagt Torben Bech, erster Vorsitzender der ASbH - Jugend Hamburg, damals. Was ist aus diesen Zielen geworden? Rückblick auf zwei Jahre ASbH – Jugend Hamburg.

 

Wichtig ist den Gründungsmitgliedern, dass der Jugendverein nicht eine Kopie des ASbH’s ist. Es sollte aber auch nichts entstehen, was unabhängig und nur aus sich selbst heraus existiert. Die Balance zwischen Unterordnung unter das große Dach der ASbH und Abnabelung von eben diesen Strukturen bestimmen bis heute die ASbH - Jugend Hamburg.

 

In den Diskussionen, die sich über sechs Monate streckten, kristallisierte sich Ende 2000 Stück für Stück heraus, welche Formen der Jugendverein annehmen sollte. Die Satzung - am 18. Februar 2001 bei der ersten Mitgliederversammlung verabschiedet - legt fest: „Wir wollen die Integration unserer Mitglieder fördern...wir wollen ein Forum sein zum Austausch von betroffenen und nichtbetroffenen Jugendlichen...wir wollen unseren Mitgliedern Hilfen geben bei der Bewältigung ihrer behinderungsspezifischen Probleme im Alltag“. So begründeten die wenigen Engagierten einen neuen Jugendverein in Hamburg, der schon bald von der Stadt Hamburg finanzielle Unterstützung bekam.  Der Jugendverein versammelte seine Mitglieder zu Grillnachmittagen und Info-Veranstaltungen, zu Weihnachtsfeiern und Spieletagen. Dabei wuchs die kleine Gemeinschaft schnell an: heute zählen wir 41 aktive Mitglieder. Auch der integrative Aspekt ist bei dieser Mitgliederentwicklung gewahrt. Die Mitglieder teilen sich zur Hälfte in Betroffene und Nichtbetroffene auf. In diesem Jahr lud der Vorstand erstmals ein zu einem Wochenendseminar zum Thema „Verteidigungsreden“ in Heide, bei dem ein professioneller Übungsleiter mit den  23 Teilnehmern verbale Selbstverteidigung einübte und diese in einem Mix aus Theorie und Praxis unseren Mitgliedern zu vermitteln suchte. Dann der Besuch beim „Dialog im Dunkeln“ in Hamburg im August, dem Wahrnehmungsexperiment, bei dem unsere Mitglieder durch völlig abgedunkelte Räume von Sehbehinderten geführt wurden und zum Schluss sogar einen Drink in einer Blinden-Bar zu sich nehmen konnten. Ein ganz neues Erlebnis für viele: „Das war spannend und witzig,“ sagte eine Teilnehmerin. „Ich glaube, das war auch für uns als Gruppe gut, weil wir in der Dunkelheit auf uns gegenseitig angewiesen waren und uns so besser kennenlernen konnten“.

 

Im nächsten Jahr stehen viele Projekte auf dem Terminplan. Höhepunkt: Eine gemeinsame Sommer-Reise! Dazu bedarf es aber noch vieler Arbeit - nicht nur für den Vorstand. Denn dieser will zwar allen Mitgliedern Hilfen im Alltag geben und dafür sorgen, dass ein Austausch funktioniert zwischen betroffenen und nichtbetroffenen Jugendlichen. Von Beginn des Vereines ging es aber auch immer darum, die Selbständigkeit und die Eigeninitiative aller zu fördern und die Meinungsbildung innerhalb der Gemeinschaft möglichst plural zu organisieren; also alle daran teilnehmen zu lassen. Besonders das grosse Projekt der Sommer-Reise im nächsten Jahr wird leben von dieser Eigeninitiative unserer Mitglieder.

 

Stephan Isernhagen
Gründungsmitglied der ASbH – Jugend Hamburg